Risikomanagement

Risikomanagement sollte das zentrale Element eines jeden Traders sein. Noch bevor du daran arbeitest, deine Trading-Fähigkeiten zu erlernen oder zu verbessern, solltest du dich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen. Ein gutes Risikomanagement ist der Schlüssel zum Erfolg und bei Missachtung gleichzeitig fast immer der Grund für langfristigen Misserfolg. In der Tat ist mir kein Fall bekannt, bei dem nicht ein gutes Risikomanagement das Schlimmste hätte verhindern können. Befolgst du ein paar Grundregeln, ist es praktisch unmöglich dein Portfolio zu zerstören. Gleichzeitig ist es das Fundament, auf dem du deine Strategie aufbauen kannst.

The Power of "Risikomanagement"

Auf den ersten Blick wirkt dieses Thema langweilig und doch eher zweitrangig. Ich werde dir zeigen, dass genau das nicht der Fall ist. Das Gute daran: Das Thema ist für dich gut umzusetzen und extrem simpel. Was du aber zwingend brauchst, ist Willen und die nötige Disziplin.

Es gibt den Spruch “Jeder gute Trader hat mindestens einmal sein Portfolio gecrasht“.

Doch du kannst auch ein guter Trader sein, ohne dass du ein Portfolio gecrasht hast – sofern du dem Thema Risikomanagement von Anfang an den notwendigen Stellenwert beimisst.

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Erfolgreiches Risikomanagement besteht grundsätzlich und in der einfachsten Ausführung neben Disziplin aus zwei verschiedenen Elementen, die in ein Tradingsetup eingebettet sind:

  • Der SL als Teil des CRV
  • Deine Positionsgröße

Der Stop Loss (SL)

Ein Stop Loss – was ist das überhaupt?

Ein SL ist ein Kurslevel, ab dem deine Position automatisch geschlossen wird. Du möchtest z. B. auf steigende Kurse beim BTC spekulieren, aber dein Risiko begrenzen, sollte der Kurs weiter fallen. Dann ist der SL dazu da, deine Position ab einem von dir festgelegten Kursniveau zu schließen. Umgekehrt ist das Ganze natürlich auch für die Spekulation auf fallende Kurse möglich.

Ein Trade sollte unter keinen Umständen ohne einen SL laufen!

Es gibt immer wieder Trader, die ohne SL handeln. Dabei ist ein SL da, um dich vor einem unkalkulierbaren Verlust zu schützen. Tradest du ohne SL, kann es dir schnell passieren, dass du dich in einer Situation wiederfindest, aus der du schwer raus kommst. Erstaunlicherweise sind Trader in der Lage, wachsende Verluste leichter zu ertragen als steigende Gewinne. Der Gedanke “Erst wenn ich aussteige, realisiere ich den Verlust” schleicht sich ein. Diese Situation geht oft einher mit einem Verhalten, das wir als Bestätigung des eigenen Handeln bezeichnen. Statt einen Trade zu schließen, weil er schiefgegangen ist, lassen wir uns dazu verleiten nachzukaufen. Damit bestätigen wir unser vorheriges Handeln und haben kurzzeitig das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Läuft der Kurs jedoch weiter gegen uns, potenzieren sich die Verluste bis zum Totalverlust.

Ein SL ist viel mehr als eine pure Verlustbegrenzung!

Ein SL kann aber noch viel mehr. Unerfahrene Trader denken manchmal, ein SL sei eine pure Verlustbegrenzung. Das ist aber mitnichten so. Ein SL sollte auch nicht willkürlich einfach irgendwo gesetzt werden, nur weil du bereit bist, Summe X zu riskieren. Vielmehr sollte ein SL genau an dem Punkt platziert werden, wo die ursprüngliche Idee des Trades unwahrscheinlich wird. Somit ist ein SL auch ein Schutz vor dir selbst. Wenn du zu deiner Idee stehst und sie nicht nach deinen Vorstellungen verläuft, musst du nichts machen – der SL beendet den Trade automatisch. Das ist bedeutend leichter als händisch einen Trade zu verlassen, denn der Risikofaktor Mensch wird ausgeklammert. Während eines Trades bist du in einer Stresssituation und triffst unter Umständen keine vernünftigen Entscheidungen. Der SL stammt zwar auch von dir, wurde aber überlegt und ohne Zeitdruck gesetzt und ist so in der Regel die bessere Wahl.

Der SL als Teil des CRV

In einem weiteren Kapitel werde ich genauer auf das CRV (Chance-Risiko-Verhältnis) eingehen. Nur soviel sei an dieser Stelle dazu gesagt: Ein CRV sollte der entscheidende Teil deiner Trading-Strategie sein und der SL ist neben dem TP (TakeProfit) ein wichtiger Teil davon. Daher muss jeder Trader, der mit einem CRV arbeitet, auch zwangsläufig mit einem SL arbeiten.

Die Positionsgröße


Nur Prozente sind für uns wichtig!

Neben dem SL ist die Positionsgröße das wohl wichtigste Element des Risikomanagements. Dieses Thema wird oft kontrovers diskutiert, da gerade Trader mit kleinem Portfolio der Meinung sind, sie müssen mehr Risiko eingehen, um ihr Ziel zu erreichen. So sehr der Ursprung dieses Gedankens nachvollziehbar sein kann, so falsch ist er leider auch. Tragischerweise ist es genau dieses Verhalten, das in den meisten Fällen zu einem Totalverlust führt. Denn egal wie gut du als Trader bist, irgendwann erwischst du eine Reihe von Fehlschlägen. Ist dein Risiko pro Trade dann zu groß, wird unweigerlich dein Portfolio glatt gestellt! Es hat auch nichts mit der Fähigkeit des Traders an sich zu tun, sondern ist ganz simpel ein Frage der Wahrscheinlichkeit. Somit ist eine Betrachtung des Risikos und der Positionsgröße nur in % wirklich sinnvoll.

Konstanz und Zinseszins sind der Schlüssel!

Als Trader brauchst du einen langen Atem und vor allem Konstanz. Wer schnell Erfolg erzielen möchte, muss unweigerlich ein hohes Risiko eingehen. Wird ein hohes Risiko über eine längere Zeit eingegangen, ist das Ergebnis vorprogrammiert. Daher musst du dir unbedingt klar machen, worauf es wirklich ankommt. Du solltest über einen langen Zeitraum rational handeln, um an dein Ziel zu kommen. Aber du hast mit dem Zinseszins auch einen starken Verbündeten auf deiner Seite, der dich nach und nach entlohnen wird.

Im folgenden Beispiel siehst du zwei Kurven. Die erste stellt einen Wertzuwachs von einem Prozent auf dein Kapital pro Zeiteinheit dar. Wir sehen ein exponentielles Wachstum, getrieben durch den Zinseszins. So werden deine Gewinne mit der Zeit immer größer.
Die untere Kurve zeigt dir jeweils einen Verlust von einem Prozent auf dein Kapital. Diese Kurve wird immer flacher, da der Verlust mit einem Prozent natürlich immer weniger wird, je kleiner dein Kapital ist. So wird die ganze Magie des Zinseszinses sichtbar.

Große Verluste haben eine große Auswirkung!

Verluste zu erleiden, ist deutlich einfacher, als Gewinne zu erzielen. Hast du einen großen Verlust erlitten, wird es für dich unglaublich schwer, wieder deinen Anfangswert zu erreichen. Solltest du z. B. einen Verlust von 50 % erleiden, musst du anschließend 100% gewinnen, um wieder bei Null anzukommen. Sich diesen Umstand einmal ganz bewusst zu machen, kann helfen, eine Affekthandlung, ausgelöst z. B. durch einen vorherigen Verlust, zu vermeiden. Diese kurzen Momente der Unbeherrschtheit, die dazu verleiten, das Risiko zu erhöhen, können den Unterschied machen, ob du langfristig erfolgreich bist oder nicht.

Deine trade Position ist der Schlüssel!

Ein Risiko von 1 bis 3 % pro Trade ist ein guter Richtwert für ein vernünftiges Risikomanagement. Ein Risiko in dieser Höhe zu wählen, ist absolut sinnvoll und ausreichend. Auch hier ist der einzelne Trade nicht das, was zählt, sondern der Zinseszins, der sich bemerkbar macht. Denn du nutzt immer 1 bis 3 % von deinem aktuellen Kapital. Wird das Kapital mehr, steigt auch der Wert des Trades. Außerdem bist du so in der Lage, auch mehrere Verlusttrades hintereinander zu verkraften. Dabei liegt zwischen 1 bis 3 % ein riesiger Unterschied, wie die unten stehende Tabelle zeigt. Du solltest dir also ausreichend Zeit nehmen und diese Entscheidung bewusst treffen. Ich persönlich nutze gerne die Mitte und trade mit 2 % Risiko.